Gewerkschaftliche Aktionen im Verzug? „Wenn es in den ersten Wochen so kommt, wie wir meinen, dass es kommt, gehen wir auf die Straße“,...

...sagte gestern dem „Journal“ gegenüber Eugène Kirsch, der Vorsitzende der „Bréifdréieschgewerkschaft“ auf Nachfrage über den
Fortgang der Verhandlungen mit der Postdirektion über die Umstellung der
Briefpost, die das Postunternehmen am kommenden Montag umstellen will.

Chaos befürchtet

Auch ein letztes Gespräch am vergangenen Freitag konnte die Bedenken der
Briefträgergewerkschaft also nicht restlos ausräumen. Sie befürchtet, dass
die Umstellung zum Chaos führt und somit zu einer wesentlichen
Verschlechterung der Dienstqualität, sowie zu einer Aushöhlung des
Briefträgerstatuts.

Die „Bréifdréieschgewerkschaft“, störte vor allem die Aussicht auf die
Einführung der „Gruppenarbeit“, bei der Briefträger mitunter von einer
„Tournée“ in eine andere „springen“ müssten. Das System habe sich bereits in
der Vergangenheit als untauglich erwiesen, behauptet die Gewerkschaft, die
am vergangenen 15. Dezember einer Reorganisation der Postverteilung im
Hinblick auf die vollständige Liberalisierung der Postdienste ab 2013
zugestimmt hatte und bei ihrem Nationalkongress im März der Postleitung
„Vertragsbruch“ vorgeworfen hatte. Auch weil die Umstellung der
Briefzustellung ursprünglich graduell kommen sollte.

Die Post hält natürlich dagegen: in einem rezenten Interview mit der
Wochenzeitung „Lëtzebuerger Land“ versicherte Paul Peckels, das für die
Postzustellung verantwortliche Direktionsmitglied, dass es nicht zum Chaos
kommen werde, die Reorganisation sei so geplant, dass alles passe und die
Kunden von der Umstellung nichts bemerken würden.

„Wir bleiben bei unseren Aussagen“, so Eugène Kirsch, der sich der
Solidarität von CGFP und LCGB gewiss sieht. Beim Nationalkongress der
„Bréifdréieschgewerkschaft“  war mit großer Zustimmung ein
Entschließungsantrag angenommen worden, durch den das Exekutivkomitee der
Gewerkschaft vom Kongress, dem etwa 175 Mitglieder beiwohnten, Grünlicht für
die Aufkündigung des Abkommens vom Dezember erhalten hatte und beauftragt
wurde, im Falle des Falles „unverzüglich Protestaktionen und alle
erdenklichen gewerkschaftlichen Maßnahmen einzuleiten“.

Ob es dazu kommen wird, bleibt bis auf Weiteres dahin gestellt.