Ee Mount nom schwéieren Äerdbiewe mat iwwer 2.200 Doudesaffer an Haiti mécht d'Hëllefsorganisatioun Care en dréngenden Opruff.

Déi humanitär Hëllef wier aktuell massiv ënnerfinanzéiert. 800.000 Mënsche wieren op Hëllef ugewisen. En Opruff vun der UN, fir 160 Milliounen Euro fir direkt Nouthëllef ze sammelen, wier eréischt zu 5 Prozent finanzéiert.

D'Hëllefsorganisatioun hätt bei de Leit op der Plaz gefrot, wat si géinge brauchen - dat wier e sécheren Daach iwwert dem Kapp, Waasser an Iessen. 60% vun de Leit hätte keen Accès méi op proppert Waasser.

Schreiwes vu Care

CARE: Massive Unterfinanzierung ein Monat nach dem Erdbeben
Erst 5% der benötigten Hilfe gesichert / CARE-Befragung vor Ort zeigt überproportionale Unsicherheiten für Frauen und Mädchen

 Jérémie, Haiti (September 13, 2021) – Einen Monat nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Haitis weist die Hilfsorganisation CARE auf die massive Unterfinanzierung der humanitären Hilfe hin. Das Erdbeben am 14. August hatte mehr als 2.200 Menschen getötet, 800.000 Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Der UN-Aufruf, der rund 160 Millionen Euro für die unmittelbare Nothilfe vorsieht, ist erst zu knapp 5 Prozent finanziert.

CARE hat in den betroffenen Gebieten Frauen, Männer und Kinder nach ihrer Situation und ihren Bedürfnissen befragt. Das Ergebnis: sichere Unterkünfte, Wasser und Nahrung sind für alle Menschen besonders dringlich. 60 Prozent der befragten Menschen berichteten, dass sie nach dem Erdbeben kein sauberes Wasser zur Verfügung hatten. Doch während jede vierte Frau besorgt ist, dass unsauberes Wasser sie krank macht, teilten diese Sorge nur 5 Prozent der befragten Männer. Frauen und Mädchen beklagten zudem die engen Lebensverhältnisse in Camps für Menschen, die durch das Erdbeben obdachlos geworden sind. Hier mangelt es teils an Licht, Privatsphäre und sicheren, getrennten Toilettenräumen für Männer und Frauen. Besonders verängstigt zeigten sich zudem ältere Menschen und Kinder. Sie fürchten um ihre Sicherheit und dass es ein zweites Erdbeben geben könnte.

„Wir Frauen haben vieles zu sagen über unsere Situation, aber niemand hört uns zu“, erzählt eine Befragte aus der betroffenen Region Nippes. In der CARE-Umfrage gaben 79 Prozent der Menschen an, dass Frauen unmittelbar und aktiv an der Nothilfe für ihre Gemeinden beteiligt sind. Doch gleichzeitig gaben fast alle befragten Hilfsorganisationen an, dass Frauen kaum an der Leitung der Hilfsoperationen beteiligt wären.

„Unsere Erhebung zeigt deutlich, dass die humanitäre Hilfe hier viel inklusiver organisiert werden muss“, berichtet Muhamed Bizimana, stellvertretender Länderdirektor von CARE Haiti. „Wenn alle Gruppen Mitsprache haben, wie die Hilfe organisiert werden, ist die Gefahr geringer, dass jemand übersehen wird.“

In einem Sommer, der von vielen Krisen weltweit geprägt war, erhielt das Erdbeben in Haiti wenig internationale Aufmerksamkeit. „Haiti war bei kaum jemandem auf dem Radar, weder bei Geldgebern noch der Öffentlichkeit“, kritisiert Bizimana. „Aber die Not hier ist groß, nicht erst seit dem Erdbeben. Wir befinden uns mitten in einer politischen Krise, der Pandemie, der Wirbelsturm-Saison – und dann kam noch das Erdbeben.“

CARE leistet vor Ort rund um die Uhr Nothilfe. 120.000 Menschen wurden mit Wasser, Hygiene-Paketen und anderen Hilfsgütern erreicht. Mittel- und langfristig wird sich CARE beim Wiederaufbau engagieren.