Am RTL-Interview goung natierlech rieds iwwert seng Carrière an de Métier vu Journalist awer och iwwert d’Fro vun Identitéit, Sprooch a ganz Perséinleches.

15 Joer laang war hien de Mister Tagesthemen, den Ulrich Wickert !

Op Invitatioun vum Institut Pierre Werner war hie fir eng Konferenz op Lëtzebuerg komm, fir iwwert säin neistent Buch ze diskutéieren “Identifiziert Euch, warum wir ein neues Heimatgefühl brauchen“.

Hei e puer Extraiten aus dem laangen RTL-Interview

- Sehen sie sich als moralische Instanz?

- "Nein ! (laacht) Habe mich nie so gesehen, ich kritisiere als Journalist das, wo ich meine hier werden die
Werte unserer Gesellschaft  nicht eingehalten, das bedeutet nicht, dass ich eine moralische Instanz bin, sondern dass ich darauf hinweise, wo Moral, das heißt die Regeln der Gesellschaft, außer Kraft gesetzt werden."

Iwwer de Sujet vu sengem Buch:

“Es geht dabei um 2 Themen, die Frage der Identität der nationalen Identität und die Frage der Heimat, nationale Identität hat für mich mit Vernunft zu tun und Heimat mit Gefühl und wir müssen klarmachen, dass diese beiden Begriffe nicht den rechtsradikalen gehören. Identität ist etwas, was politisch weder links noch rechts ist, sondern was in der Gesellschaft gewachsen ist über die Jahrhunderte. Heimat ist natürlich etwas, was von den Rechtsradikalen mit Blut und Boden versehen ist, aber die Heimat, die wir fühlen, hat doch nicht mit Blut und Boden was zu tun, es kann damit zu tun haben, dass ich dem Dorf aufgewachsen bin, aber es kann auch sein, dass ich - wie ich selbst in Tokyo geboren, in Paris un USA gearbeitet, dort studiert - dass ich also mehrere Heimaten habe und für mich sage, ist als allererstes die Sprache meine Heimat."

Op d’Fro a wéi wäit et fir en Däitschen méiglech ass, Nationalstolz ze hunn : "Günter Grass, mit dem ich über dieses Thema gesprochen habe, sagte, er war stolz dabei zu sein, als Willy Brandt in Warschau auf die Knie gefallen ist, Roman Herzog der ehemalige Bundespräsident hat gesagt: „Wir können stolz sein auf die friedliche Revolution, mit der die Ostdeutschen die Freiheit erkämpft haben", also man kann stolz sein auf Dinge,  Elemente innerhalb der Geschichte, aber in Deutschland würde keiner sagen, ich bin stolz Deutscher zu sein, weil man das mit der Geschichte des 3. Reichs ... man kann nicht stolz sein auf ein Land, das Gaskammern gebaut hat, um Milliounen von Leuten und Juden umzubringen."

Op d'Fro wien hien haut gäere géing als Interviewpartner hunn:

"Es gibt ne ganze Reihe, aber das ist immer sehr problematisch, wenn man dann überlegt, wen soll ich dann befragen, soll ich den Pabst fragen, ob er an Gott glaubt? Das wäre natürlich eine passende Frage ..."

-Glauben sie an Gott ?

"Naja, ich frage den ja ..."

-Ich frage sie !

"Ich würde mal sagen, ich bin ein Anhänger von Descartes : cogito ergo sum , ich denke also bin ich ..."