6.900 Hektar Schued wéinst Dréchent goufen dem Landwirtschaftsministère gemellt, esou de Minister Claude Haagen e Mëttwoch géintiwwer der Press.

Bilan Karschnatz 2022 / Reportage Monica Camposeo

Verloschter, déi an deene meeschte Fäll assuréiert waren an deemno indemniséiert ginn, esou den zoustännege Minister Claude Haagen. Méi wéi d'Hallschent vun de versécherte Maisflächen hu Schied wéinst der Dréchent erlidden. De finanzielle Bilan dozou géing eréischt den nächste Mount gemaach ginn, heescht et aus dem Ministère op Nofro hin. Vu 455 Baueren, déi eng entspriechend Assurance hunn, hu bal all, nämlech 430 Betriber, e Schued gemellt. Dat géing bedeiten, dass dës Baueren op d'mannst eng Parzell hunn, op där e Schued wéinst der Dréchent entstanen ass, esou nach de Landwirtschaftsministère.Um Bilan vum Karschnatz hu sech d'Acteuren allgemeng zefridde gewisen, och wann ee manner erageholl hätt wéi dat lescht Joer. Am Duerchschnëtt wier et eng gutt Recolte, well d'Qualitéit besonnesch gutt wier. Dee ville Reen d'lescht Joer hätt der Recolte nämlech immens geschuet.Aktuell géingen d'Produktiounskäschte wéinst der Hausse vun den Energie- an Transportpräisser de Bauere Suerge maachen. Hei misst virun allem gekuckt ginn, dass Lëtzebuerg vis-à-vis vun den Nopeschlänner weider kompetitiv bleift, esou den Direkter vun der Klengbettener Millen Jean Muller. Et kéint net sinn, dass d'Präisser an anere Länner méi niddreg gehale ginn an d'Baueren hei am Land net méi mathale kënnen.Beim Düngemëttel huet sech de Präis verfënneffacht, wat fir d'Betriber och e grousse Problem ass. Si missten doduerch allgemeng méi Suen am Viraus investéieren, ouni ze wëssen, wat déi nächst Recolte bréngt, sot de Klaus Palzkill vun der Agrargenossenschaft "De Verband". Pro Hektar hätt een deemno méi wéi eng Verdueblung vun de Käschten.Doduerch hätte verschidde Bauere guer net oder manner gedüngt, esou de Steve Turmes, Direkter vun der Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft. Ma do hätt een awer kloer gesinn, dass dës Betriber entspriechend manner Ertrag an och manner Qualitéit kruten.

Offiziellt Schreiwes vum Ministère

Erntegespräche 2022 mit Claude Haagen: Gute Getreideernte jedoch mangelhafte Futtererträge (21.09.2022)

Communiqué par : Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung / De Verband / Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft LSG / BAKO Bauerekoperativ / Moulins de Kleinbettingen

 

Der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Claude Haagen, traf heute die Vertreter des Getreidesektors (De Verband Group, Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft LSG, Bauerekoperativ BAKO SC, Moulins de Kleinbettingen) in den Gebäulichkeiten von De Verband in Colmar-Berg, um anlässlich der Erntegespräche Bilanz zu ziehen.

Gute, historisch frühe Getreideernte, jedoch starke regionale Schwankungen

Die Getreidekulturen entwickelten sich im Frühjahr 2021 recht gut, nur der spät gesäte Winterweizen und das Sommergetreide bereiteten angesichts des Regenmangels Sorgen. Die regional unterschiedliche Regenverteilung im Frühjahr und die Hitzetage im Mai und Juni waren Ursache für unterschiedliche Erträge in der Ernte. Vor allem im Süden des Landes und entlang der Mosel, sowie auf leichten Standorten kam es durch die Trockenheit zu unterdurchschnittlichen Erträgen. Landesweit erreichte die Getreideernte dennoch ein hohes Ertragsniveau. Was den historisch frühen Zeitpunkt der Ernte angeht, so wurde schon Mitte Juni die erste Wintergerste an den Annahmestellen entgegengenommen. Die letzten Getreidebestände wurden schon Anfang August im Ösling gedroschen. Die Ernte 2022 konnte trocken, ohne Energieaufwand von Gas oder Heizöl, abgeschlossen werden.

Die Qualitäten des abgelieferten Sommergetreides und des Rapses waren gut. Die Krankheitsbelastung des Getreides war trockenheitsbedingt deutlich geringer als im Vorjahr, so Klaus Palzkill (De Verband), Steve Turmes (LSG) und Günther Mertes (BAKO SC).

Auch Hafer und Dinkel konnten mit exzellenten Qualitäten, besonders im Hektolitergewicht, und höheren Annahmemengen überzeugen, bedingt durch vergrösserte Anbauflächen. Hafer und Dinkel werden dieses Jahr wieder zu sehr guten Preisen vermarktet, so Günter Mertes (BAKO SC).

Die Anbaufläche von Winterweizen für das heimische Brotgetreide und die Mehlproduktion für das Label „Produit du terroir – Lëtzebuerger Wees, Miel a Brout” war im Jahr 2022 leicht rückgängig. Die geernteten Mengen sind auf gleichem Niveau als in den Vorjahren, so dass der inländische Markt versorgt ist. Die Qualität von Weichweizen, für die Produktion von Brot, und von Hartweizen, für Teigwaren, ist dieses Jahr hervorragend, so Jean Muller (Moulins de Kleinbettingen).

Die guten Erträge wurden nur von den Betrieben erzielt, die ihre Bestände optimal geführt und gedüngt haben.

Getreidepreise und volatile Produktionskosten auf hohem Niveau

Schon nach der Ernte 2021 stiegen die Getreidepreise bis Ende Februar kontinuierlich an. Ursache für diese Entwicklung waren knapp versorgte Märkte, die auf eine hohe Nachfrage trafen. Nach dem Beginn des Ukrainekrieges explodierten die Getreide- und Rapspreise regelrecht, weil man große Sorgen um eine ausreichende weltweite Nahrungsmittelversorgung hatte. Parallel zu den besseren Erlösen, stiegen in einem deutlich höheren Maß die Kosten für Dünger und Energie. Die Rentabilität des Ackerbaues hängt in diesem Jahr vom Zeitpunkt des Düngereinkaufs und dem Termin des Getreideverkaufs ab.

Sorgenkinder Kartoffel- und Futterbau, schlechte Mais- und Grünlanderträge

Der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Claude Haagen, blickte mit Sorgen auf die Mais- und Grünlanderträge. Das Grünland stellte ab Mitte Juni wegen fehlender Niederschläge fast landesweit das Wachstum ein. Auf den Versuchsparzellen der ASTA betragen die Ertragsverluste im Grünland über 3 Schnitte zurzeit um 30%, regional können die Ertragsverluste noch größer sein. Mit etwas Glück kann im Herbst noch ein letzter Grünlandschnitt eingebracht werden, jedoch bleibt der Ertrag deutlich unter den Vorjahreswerten.

Der Mais hat vielerorts die Trockenheit nicht gut überstanden und wurde mit deutlichen Ertrags- und Qualitätsverlusten geerntet. Die Maisernte startete wegen der vielen Sonnenstunden sehr früh und war in der dritten Septemberwoche weitestgehend abgeschlossen.

Sorgen bereiten ebenfalls die schwachen Erträge bei den Kartoffeln. Der fehlende Regen in den Sommermonaten hat das Wachstum der Knollen gebremst.

Claude Haagen unterstrich die Wichtigkeit unserer heimischen Getreide-, Pflanzen- und Futterproduktion, insbesondere in Krisenzeiten in denen kurze und verlässliche Lieferketten immer wichtiger werden, und Verbraucher sich für Produkte aus der Region interessieren.

Ferner ging Claude Haagen auf die vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung unterstütze Ernteausfallversicherung ein. Die Ernteausfallversicherung gibt den Landwirten die Möglichkeit ihre Kulturen gegen Hagel, Starkregen, Frost und Trockenheit zu versichern, 65% des Beitrages werden vom Landwirtschaftsministerium übernommen.

Die Erntegespräche fanden in den Gebäulichkeiten des genossenschaftlichen Traditionsunternehmens De Verband statt, ein wichtiger Partner der Landwirte und Vermarkter im Getreidemarkt. Durch die optimale Infrastruktur mit zahlreichen Annahmestellen, Trocknungs- und Reinigungsanlagen sowie ausreichenden Lagerkapazitäten trägt er zum reibungslosen Ablauf der Getreideernte in Luxemburg bei.

Am späten Nachmittag um 17 Uhr besucht S.K.H. der Großherzog Henri die Vertreter des Getreidesektors in Anwesenheit von Minister Claude Haagen im Verband, um sich über den Verlauf der Erntegespräche zu informieren.

Der Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung wird sich zeitnahe mit den Vertretern des Getreidesektors im Rahmen des „Kärendësch-Austausches“ zusammensetzen.