Deem ambitiéisen Zil misst d'Regierung endlech nokommen, esou d'Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg.

En Agrar-Secteur, deen d'Ressourcë schount, déieregerecht ass an op de Kreeslaf-Prinzip opgebaut ass, kéint an der aktueller Kris vill Äntwerten a Léisunge bidden, esou d'ASBL an engem Schreiwes vun en Donneschdeg den Owend.
Dofir misst d'Regierung awer och wëlle Bio-Produite fërderen, beispillsweis an ëffentleche Kantinnen.

Eleng en Ëmstellen op Biolandwirtschaft géif net duergoen. Et misst en Zesummespill si vum Bauer, mat der Veraarbechtung an dem Handel. Dofir misst d'Gesellschaft - also de Konsument - och mat agebonne ginn.

Communiqué

Biolandwirtschaft –das enkeltaugliche Landwirtschaftsmodell
Dies wird in der gegenwärtigen Krisensituation umso deutlicher

Die Medien sind voll von Berichten über Krisen, Kriege und einer Gesellschaft, die zunehmend den Boden unter den Füßen zu verlieren droht.

Ein Herzstück der Gesellschaft –die Landwirtschaft und ihre Bauern –istebenfalls unter Druck. Der Plan Stratégique National Luxemburgs wurde am 13.09.2022 von der EU genehmigt und das darauf basierende Agrargesetz befindet sich auf dem Instanzenweg.

Zwei Themen stechen dabei heraus:

  1. Luxemburg hat zu hohe Ammoniakemissionen, die den vereinbarten Klimazielen nicht genügen. Die Antwort des Landwirtschaftsministers lautet Viehreduktion, was wiederum die Landwirte auf die Barrikaden treibt.
  2. Eng damit verknüpft ist der schon mehrfach angemahnte und stark kritisierte Mangel an Kommunikation und konstruktivem Austauschdes zuständigen Ministeriumsmit den Landwirten. Die Ideen und Vorschläge der Biobauern finden ebenso wenig Gehör.

Aber Biolandwirtschaft ist enkeltauglich.¹
Die ressourcenschonende, tiergerechte auf dem Kreislaufprinzip beruhende Biolandwirtschaft birgtviele Antworten und Lösungen:

  1. Die flächengebundene Tierhaltung im Biolandbau, insbesondere in der Rinderhaltung.Ein Betrieb kann und sollte nur so viele Tiere halten, wie er aus sich selbst heraus ernähren kann.
  2. Kein Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel:Die Versorgung der Pflanzen erfolgt über die organischen Dünger, die aus der Tierhaltung anfallen, sowie aus dem Leguminosenanbau. Leguminosen fixieren den wichtigen Pflanzennährstoff Stickstoff (N) mit Hilfe von Knöllchenbakterien aus der Luft –zum Nulltarif. Die industrielleHerstellung von N-Düngemitteln mit Hilfedes Haber-Bosch-Verfahrens istenorm energieaufwendig.
  3. Kein Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel: Pflanzenschutzmittel, deren Abbauprodukte und ihre Vermischungen untereinander finden wir weltweit in Böden, Gewässern und in der Nahrungskette, also auch beim Menschen.²³
  4. Die Leistungen und der Mehrwert,den die BiologischeLandwirtschaft für die Gesellschaft und ihre Ernährung leistet, wurde 2020 erstmalig in der Regionalwert-Leistungsrechnung für die 11 Biomilchviehbetriebe der BIOG-Molkerei berechnet und mit rund 1,35 Mio. Euro beziffert, ohne den Biobauern vergütet zu werden.⁴
  5. Nur eine starke, regional-saisonale Biolandwirtschaft kann diese Leistungen für die Gesellschaft von heute und die von morgen gewährleisten. Wir brauchen ein Umdenken und den Umbau des Systems jetzt, damit wir uns nicht nur gesund ernähren können, sondern auch eine intakte Natur mit intakten Ressourcen erhalten. Für uns und für nachkommende Generationen.

Dies wird in der gegenwärtigen Krisensituation umso deutlicher.

Wir fordern die Regierung mit all ihren Ministerien auf gemeinsam das Ziel 20% Biolandwirtschaft bis 2025 endlich praktisch umzusetzen. Das heißt zu allererst einmal, konsequente Förderung der Luxemburger Biolandwirtschaft undvor allem den Absatz ihrer Produkte, z.B. in öffentlichen Kantinen. Alleiniges Umstellen auf Biolandwirtschaft nach den Richtlinienreicht nicht aus, es muss ein gemeinsames Leitbild für die Landwirtschaft entwickelt werden. Das gilt auch für den vor-und nachgelagerten Bereich, wie Handel und Verarbeitung. Ohne den passenden Absatz, kann der Wandel nicht gelingen. Auch muss die Biolandwirtschaft weiterentwickelt werden, um die Potentiale der Biolandwirtschaft erweitern und voll ausschöpfen zu können. Dazu braucht es Forschung und Beratung. Zu guter Letzt muss die Gesellschaft, also der Konsument, eingebunden werden. Die ökologische Umbildung der Ernährungsgewohnheiten und des Landbewirtschaftungssystems ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die die richtigen politischen Rahmenbedingungen und Investitionen braucht. Das brauchen wir JETZT!„In Bio zu investieren bedeutet, in ein gesundes Europa zu investieren, wo Menschen, ihre Gesundheit und ihre Arbeit auf den Höfen, in Mühlen, Molkereien, Metzgereien oder in den Läden im Mittelpunkt stehen.” (Dr. Felix Prinz zu Löwenstein)
Vereenegung fir Biolandwirtschaft Lëtzebuerg a.s.b.l.

¹ Sanders, J., Heß, J. (Eds.), 2019. Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft, Thünen-Report. Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig
²www.lih.lu/de/bis-zu-88-verschiedene-schadstoffe-in-den-haaren-luxemburgischer-kinder-gefunden/
³https://cordis.europa.eu/article/id/430355-organic-soils-soundly-beat-conventional-soils-in-pesticide-residue-level-stakes/de
⁴www.biog-molkerei.lu/de/unsere-werte/nachhaltigkeit-2/messen-und-bewerten/regionalwert-leistungen-faire-verguetung-fuer-die-bauern