E klengen Afterwork mat de Kolleegen oder doheem e Glieschen Wäin um Kannapee. No engem ustrengenden Dag am Job gënnt ee sech dacks mol e Patt. Alkohol an Entspanung gehéiere fir vill Leit zesummen. Ma wann ee sech bis op eemol nëmmen nach mat Alkohol entspane kann, dann heescht et oppassen, Nicky Soisson. 

18062020 Ofschalten an Alkohol

Endlech ofschalten an den Alldag vergiessen! Vill Leit klamme nawell gäre mat engem gudde Gliesche Wäin beim Iessen oder engem Patt ënner Kolleegen an hire wuelverdéngte Feierowend eran. Als Genossmëttel ass e gesellschaftlech unerkannt an deementspriechend schwätzt och fir vill Leit näischt dogéint owes no der Aarbecht e Glieschen ze drénken. Bis dohinner ass d'Welt jo nach an der Rei. Alkohol schmaacht a funktionéiert beim Ofschalten besonnesch gutt, well en effektiv e Gefill vun Entspanung a Berouegung vermëttelt, Carolin Gorges, Aarbechtspsychologin beim STM:

"Genau in diesem Entspannungseffekt liegt eben das grosse Risiko, da Alkohol dämpft die Erregbarkeit der Nervenzellen. Es handelt sich um Zellgift, ähnlich wie Betäubungsmittel. Stresshormone werden nicht mehr so sehr ausgeschüttet und das Gehirn setzt Endorphine frei. Das Problem ist aber, dieser Entspannungseffekt ist nur sehr kurzfristig und die Wirkung lässt schon nach ein paar Stunden wieder nach. Und dann gelingt der Stressabbau nicht mehr so gut, der Körper kommt schneller an seine Leistungsgrenzen."

Mat Alkohol ofschalten gëtt op Dauer awer gären eng Gewunnecht a fir vill Leit deen eenzege Wee sech ze entspanen a sech ze berouegen. A genee do fänkt de Problem dann un, well wann dat nëmme nach mat Alkohol geet, da sollen déi rout Luuchten am Kapp ugoen:

"Hier sollten in der Tat die Alarmglocken schellen. Es ist einfach wichteg, dass man drauf achtet, wieviel man in letzter Zeit getrunken hat und warum. Und wenn man immer mehr getrunken hat um sich zu entspannen, ist es auch wichteg mal längere Zeit nichts zu trinken, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Körper sich an den Alkohol gewöhnt und man immer mehr trinken muss, um den gleichen Effekt zu haben. Grundsätzlich ist Alkohol immer mit Gesundheitsrisiken verbunden, unter anderem auch mit Krebs. Hier gibt es Empfehlungen für einen risiko-armen Konsum: für eine gesunde erwachsene Frau nicht mehr als ein kleines Gläschen Bier oder Wein pro Tag und für einen gesunden erwachsenen Mann nicht mehr als zwei kleine Gläser Bier oder Wein pro Tag. Und an zwei Tagen pro Woche sollte man überhaupt keinen Alkohol trinken, damit sich nämlich der Körper nicht dran gewöhnt. Im Prinzip kann man sagen, je seltener man Alkohol trinkt, desto besser ist es für die Gesundheit."

Ma et muss awer net onbedéngt Alkohol sinn, fir vu sengem stressegen Dag ofzeschalten a sech ze entspanen:

"Bei Entspannung spielen individuelle Preferenzen auf jeden Fall eine grosse Rolle, man sollte schon das tun was einem Spass macht und gut liegt. Es gibt aber ein paar allgemeine Regeln, beispielsweise jemand der viel sitzt in seinem Beruf, für den ist es wichtig sich abends auch zu bewegen, um Stresshormone abzubauen und Wohlfühlhormone zu produzieren. Wenn jemand den ganzen Tag schwer körperlich arbeitet, der will's am Abend vielleicht lieber ruhiger angehen lassen. Ausserdem ist es sehr wichtig, soziale Kontakte zu pflegen, sich zu verabreden, an die frische Luft zu gehen, idealerweise im Tageslicht. Aber man kann auch eine Entspannungstechnik lernen, diese sind sehr effektiv. Zum Beispill progressive Muskelentspannung oder Meditation. Wo man auch drauf achten sollte, ist, zu analysieren, wo der Stress überhaupt her kommt um an der Ursache arbeiten zu können."