Vun enger Zoonose schwätzt ee wann eng Infektiounskrankheet vun engem Déier op e Mënsch gaangen ass oder vun engem Mënsch op en Déier iwwerdroe gouf. Déi 2. Variant wier elo éischter méi rar, mä déi aner vun Déier op Mënsch wier dach méi heefeg. An Zukunft wieren dës Zoonosen méi dacks méiglech, steet an der rezenter UNEP Etüd. Firwat dat sou ass a wat fir Déieren ëmmer nees an deem Zesummenhang genannt ginn, huet d'Marie Gales beim Dr. Johannes Refisch vun der UNEP nogefrot.

13/07/2020 UNEP-Etüd zu Zoonosen 2. Deel (10h30)

 An de leschte Joerzéngte wiere méi nei Infektiounskrankheete bei Mënschen ze verzeechne gewiescht an tëscht 60 a 75 Prozent vun den neien Erreeger kéimen dobäi aus der Déierewelt. Am Zesummenhang mat der Corona-Epidemie an deenen Zoonose huet een vun Déieren héieren, wéi vum Schuppendéier oder vu Flughënn. Firwat grad déi? Den Dokter Refisch erkläert.
Dokter Johannes Refisch: Es ist schon so, dass Flughunde wohl offenbar ein wirklich starkes Immunsystem haben und in der Übertragung von Krankheiten eine Rolle spielen. Und das ist auch deswegen kritisch, weil sie mit ihren Flügeln grosse Distanzen überwinden können. Ein gutes Beispiel ist Ebola, seit 1976 ist Ebola dokumentiert. Wir haben zahlreiche Ebola-Ausbrüche gehabt, in kleinen Communitys in entlegenen Regenwaldgebieten und da hat man immer wieder überlegt wo wird der nächste Ebola-Ausbruch stattfinden. Aber das ist unglaublich schwierig vorauszusagen, weil die Fluhunde eine Rolle spielen und die legen grosse Distanzen zurück. Wir wissen immer noch nicht trotz 40 Jahre Forschung ob tatsächlich die Flughunde auch das Reservoir für Ebola sind, da gibt es wieder widersprüchliche wissenschaftliche Studien dazu aber die Tatsache, dass Flughunde das Virus übertragen können, sorgt auch dafür dass es über grosse Distanzen übertragen werden kann.

An dann do och nach d'Schuppendéier, dat Déier dat am meeschten op der Welt geschmuggelt gëtt.
Dokter Johannes Refisch: Mit dem Schuppentier ist es ein bisschen was anderes. Meiner Meinung nach, ist das Schuppentier in die Presse gekommen, weil sie hoch bedroht sind. Sie werden vor allem in China und in Asien abgenommen, diese Tiere kommen aus Afrika und anderen Ländern. Das ist ein sehr grosser illegaler Handel mit Schuppentieren involviert. Im Moment deutet nichts darauf hin, dass Schuppentiere Überträger sind. Was wir jetzt über das Virus wissen, SARS-Virus, dass wieder Flughunde das Reservar darstellen, aber den genauen Infektionsweg vom Tier zum Menschen, da gibt es noch immer grosse Lücken. Es wurde gemutmasst es könnten Marderhunde sein, die in China auch praktisch in Käfigen gehalten werden, das in grossen Massen. Dann gibt es auch die Zibetkatzen, aber das ist noch nicht völlig geklärt. Und villeicht werden wir gar nicht in der Lage sein, das überhaupt zu klären. Möglicherweise ist das Virus viel früher auf den Menschen übergesprungen, in einer ganz anderen Provinz. Das ist sehr schwierig nachzuverfollgen. Wir sind da sehr vorsichtig.

An der UNEP-Etüd steet och, dass et e Probleem wier, dass ëmmer ze spéit op Krankheete reagéiert géif ginn.
Dokter Johannes Refisch: Das heisst auch, wir gehen in Gebiete mit Ebola, mit SARS, Westnile-Fieber oder anderen Krankheiten, immer erst wenn die Krise ist. Aber wir haben oft keine Daten, wenn ein System noch intakt ist. Wir müssen ja eigentlich verstehen, was ist da eigentlich passiert. Wie ist das Virus vom Tier zum Menschen übergesprungen? Was sind die Bedingungen, die das begünstigen? Aus wissenschaftlicher Sicht und aus UNEP-Sicht sind 2 Dinge nötig: Zum einen wir schauen uns intakte Systeme an, wo diese Pufferwirkung noch da ist. Und wir schauen und dann Gebiete an, die einer massiven Transformation unterliegen. Und versuchen dann zu verstehen, welche Krankheiten treten neu auf, die wir vorher gar nicht hatten und in welchem Milieu. Hat es mit der Temperaturerhöhung zu tun? Hat es etwas mit Feuchtigkeit zu tun? Hat es was mit Migration zu tun? Hat es was mit sanitären Bedingungen zu tun?

 
Et misst een also alles a Betruecht zéien a sech net just op d'Gesondheet vum Mënsch konzentréieren, mä och déi vun Déieren an Ökosystemer. Dat kéint hëllefen fir Krankheetsausbréch an der Déierewelt mat Zäiten ze erkennen an se behandelen, éier dës op de Mënsch iwwerginn. Do schwätzt ee vun der ''One Health'' Strategie a méi dozou héiert Dir géint véierel vir 3. Kuckt och op radio.rtl.lu mam Mot clé ''Zoonose''. Do fannt Dir weider Informatiounen.