
In der öffentlichen Debatte in Luxemburg vergeht kaum ein Tag, an dem nicht von verschiedenen Seiten bemängelt wird, das Land tue nicht genug gegen den weltweiten Klimawandel. Dass Luxemburg als Teil der internationalen Gemeinschaft Verantwortung trägt und sich aus Gründen der Solidarität an globalen Klimazielen beteiligt, steht völlig außer Frage. Das Mitmachen ist selbstverständlich.
Was in dieser Diskussion jedoch zunehmend verloren geht, ist der Sinn für die Realität und die mathematischen Verhältnismäßigkeiten. Luxemburg ist ein Kleinstaat. Selbst wenn wir unsere Emissionen von heute auf morgen auf absolut null reduzieren würden, lässt sich unser messbarer Einfluss auf das globale Weltklima rein rechnerisch und prozentual mit einer alleinigen Null vor und etlichen Nullen direkt hinter dem Komma ausdrücken.
Es wirft Fragen auf, warum in der hiesigen Debatte oft mit unrealistischen Übertreibungen und moralischem Druck gearbeitet wird, während die tatsächlichen Hebel für den globalen Klimaschutz ganz woanders liegen – nämlich bei den großen Industrie- und Bevölkerungsnationen der Erde.
Klimaschutz und Solidarität sind wichtig, aber sie sollten mit Pragmatismus und ohne ideologische Überheblichkeit angegangen werden. Wir sollten unseren Beitrag leisten, dabei aber die Kirche im Dorf lassen und anerkennen, was ein Land unserer Größe realistisch bewirken kann und was nicht.