
Das neueste Beispiel im Zahlungsverkehr hört auf den Namen „Wero“ – ein europäisches Bezahlsystem, das uns das Leben angeblich noch bequemer machen soll. Doch hinter der glänzenden Fassade von Apps, QR-Codes und sekundenschnellen Überweisungen verbirgt sich eine weitaus größere, schleichende Gefahr: Uns wird systematisch das Denken abgewöhnt.
Die Tech-Konzerne und Banken nennen es beschönigend „Convenience“ – zu Deutsch: Bequemlichkeit. Alles soll mit einem Wisch, einem Scan oder einem Klick erledigt sein. Bloß nicht innehalten, bloß keine Fragen stellen. Wer kapituliert und alles blind akzeptiert, merkt oft erst, dass etwas schiefgelaufen ist, wenn das Konto leer ist oder die eigenen Daten längst missbraucht wurden.
Diese permanente Digitalisierung ist eine Einladung zur geistigen Trägheit. Wenn Algorithmen bestimmen, was wir kaufen, Navigationsgeräte uns das Denken beim Autofahren abnehmen und intransparente Codes darüber entscheiden, wo unser Geld landet, kapituliert der menschliche Verstand. Der kritische Blick, das gesunde Misstrauen und das Hinterfragen von Prozessen werden schlichtweg eingeschläfert. Wir mutieren von selbstbestimmten Bürgern zu gläsernen, steuerbaren Konsumenten, die alles ungesehen abnicken.
Dabei ist gesunde Skepsis gegenüber dem Neuen keine Rückständigkeit, sondern digitaler Selbstschutz! Wer sich weigert, Dinge zu nutzen, die er weder entziffern noch kontrollieren kann, beweist echten, kritischen Verstand.
Wir müssen aufwachen und uns gegen diese digitale Trägheit wehren. Das wirksamste Gegengift im Alltag ist simpel: Fordern wir weiterhin konsequent das Bargeld ein. Schauen wir beim Bezahlen genau hin. Und vor allem: Lassen wir uns das eigenständige Denken nicht durch eine App ersetzen!