
Neulich wurde, nach den Ortszentren von Bartringen und Düdelingen nunmehr auch endlich in Schifflingen der Versuch gestartet den lokalen Ortskern, durch ein sogenanntes„ shared space“ zu beruhigen ! So breit, so gut, doch die Frage bleibt offen, wie man zu fuss oder mit dem Rad, überhaupt bis dahin heil und von den Rasern unbehelligt, kommen soll !? So zum Beispiel, vom, dem lediglich so genannten, etwas oberhalb gelegenen „ Grenge Wee“ *, ohne die stets viel befahrene „ Niddeschgaass“ entlang zu hasten und dabei den Abgasen, vor allem denen der Dieselfahrzeuge ausgesetzt zu sein…?
Verkehrsberuhigt, und dabei dennoch schneller…!
Da die kürzeste Distanz zwischen zwei Punkten bekanntlich die „ ligne droite“ ist - übrigens fast das einzige was ich vom Schulfach Geometrie, mit ins weitere Leben übernommen habe-, ausser noch vielleicht, dass die „Rippen“ der Toblerone Schoki genau denen eines gleichseitigen Dreiecks entsprechen…!
So der schnurgerade verlaufende Weg, welcher die Michel Rodange Strasse alias „ Schoulstrooss“, mit der gegenüber liegenden Blumenstrasse verbindet. Da vom Autoverkehr total abgeschirmt, bietet er nicht nur- für Gross und klein- eine viel genutzte, viel sichere, respektiv gesündere Alternative, sondern ist zudem eine deutliche Abkürzung in Richtung Ortskern !
Von der Servitude „hinter den Garden“ zum heutigen „ Hingerwee“…!
Den kecken, vom Volksmund, im Laufe der Jahre geprägten Namen, „Hinger oder Hengerwee“, verdankt er der zahlreichen, hier am direkt angrenzenden Gartenareal, vom Ehepaar Marcel und Therese Frieseisen, gehaltenen Hühnerschar ! -fünfzig „brong Leehenger“ an der Zahl freilaufend auf immerhin sieben Ar. Schon seit nunmehr über sechzig Jahren, von 1965 an, betreiben die beiden hier mit grösster Leidenschaft und keine Mühe scheuend - Respekt ! -, “Gartenbau und Kleintierzucht“, Dies ist und bleibt nämlich die grosse Leidenschaft des inzwischen doch arg in die Jahre gekommenen Marcel und seiner noch etwas älteren, aber immer noch rüstigen “Resi“ ! Auch der Schafszucht widmete sich der langjährige Sekretär des lokalen Kleintierzüchterverbandes ganze 72 Jahre lang.
Zudem war er seiner Zeit lange, „ pädagogesch viraus“, indem er jahrelang, jedesmal zu Ostern mit einer kleinen Auswahl an Kleintieren- Kanichen und Co,- an die lokalen Schulen ging und den Kindern dort- sowie die Schafe am Bauernhof Thill- zu deren grösster Freude, seine Schützlinge vorstellte und deren Lebensweise erklärte.
Die Liebe zur Natur, sei ihm, wie er sagt, schon recht früh, als Kind, von Mutter Anna am Bauernhof, oben in seinem Oeslinger Heimatdorf, Wahlhausen, „Wuelessen“, vermittelt worden. Später kam er „ op de Minett“, allerdings nicht, wie so viele andere Eisléker, „ op Schmelz schaffen“ sondern „ bei Post“, wo der seit jeher leutselige Marcel von 1958 bis 1978 in Esch als Briefträger fungierte. Marcel und sein „Resi“ sind seit nunmehr schon 66 Jahren ein Paar, und kümmern sich im hohen Alter, mit allerdings einiger Hilfe ihres treuen Freundes Cheko, weiterhin tagtäglich um ihre Tiere sowie den grossen, anliegenden Gemüsegarten, den sie dieses Jahr allerdings, klimabedingt, nur mit allergrösster Mühe „ opmachen“ konnten ! Viel Gemüse sei vertrocknet und mit Ausnahme von immerhin fünf Zentnern „ Gromperen“, sei der Ernteertrag demnach, bedauerlicherweise, nur äusserst spärlich, undwas die Früchte betrifft, klein, geschrumpft respektiv „ krabatzleg“ ausgefallen. Mir, als dem erst vor kurzem, aus dem inzwischen arg heruntergekommenen Esch kommenden „ beigeprafften“ Schifflinger, war schon recht bald der noch ländlich erhaltene Charakter, dies zumindest an verschiedenen Ecken der Ortschaft, recht positiv aufgefallen. So wie zum Beispiel, das mitten im „Dorf“, gelegene „Kassenhaus“, mit seiner imposanten, inzwischen leider abgerissenen Scheune und seinem nebenan, absolut erhaltenswürdig-wertvollem, aber leider total entkernten Innern ! Stuck und Friesen kamen ruck-zuck in den Container ! Auf den Hühnerweg- im „Minett“ sagt man für das Federvieh, eher „ Hinger“ statt „ Henger“- wurden wirerst durch das frühe allmorgendliche sowie manchmal auch tagsüber Krähen, von Hahn „ Jimmy „ und seiner fünfzig gackernden Hennen aufmerksam. Die allermeisten Anrainer schätzen deren Nachbarschaft, und ermutigen die so langsam ans Aufhören denkenden Frieseisens- schon allein der proteinreichen, frischen dottergelben Eier wegen- zum Weitermachen. Nur ein einziges mal, hätte ein Engländer aus der Wingertstrasse gegen seinen gallischen Hahn und dessen Schrei- wen wunderts‘- was zu meckern gehabt, wie uns Marcel schmunzelnd erzählte… Auf ihrem Schulweg erfreuen sich die Kinder dagegen täglich im Vorbeilaufen mit ihren begleitenden Müttern- wenn die nicht gerade am Handy vertieft…- an den Tieren, und auch bei uns werden Erinnerungen wach, wie zum Beispiel an die Finn aus dem schmalen Leudelinger „ Kirchepad“, sowie mit noch viel grösserem Wehmut, an die uralten Echternacher „ Achtergouerden“, die im hinteren „ Bréil“, unterhalb vom „Thull“ gelegen, einer neuen Wohnsiedlung weichen mussten ! Zu hoffen ist, dass der Schifflinger „ Hühnerweg“,- genau wie die „ Burwiss“ übrigens auch- als solcher erhalten bliebe und ihm nicht irgendwann dasselbe unrühmliche Schicksal, wie jenem in der ältesten Stadt des Landes widerfahre !
*Dort oberhalb der „ Kraitzheckstrasse, wurde der am Waldrand entlang führende, viel geschätzte Spazierweg, vor zwei Jahren, jeglichen forstwirtschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, „ penibel- perfekt“, neu geteert und versiegelt. Dabeiverpasste man die einmalige Gelegenheit, wie inzwischen anderenorts üblich,- z.b. in Düdelingen undim Escher Ellergrond- den alten maroden „Macadambelag“ , durch einen „ umweltfreundlichen“ und dennoch festen, das Regenwasser durchlässigen Belag, wie etwa aus wieder in stand zu setzen ! Vor etlichen Jahren schon, bestätigte mir mein inzwischen verstorbener Freund Jup Weber, Forstingenieur von Beruf und späterer Abgeordneter- ein gelernter „Grüner“ also…! - dass Waldwege auf keinen Fall geteert werden sollten. Als Alternative könnte man, wie erschon damals vorschlug, zum Beispiel Schotter aus dem nahe an der deutschen Grenze gelegenen Mesenicher Natursteinwerk verwenden, was dann in der folge auch in vielen Gemeinden, ausser eben in Schifflingen geschah !Für uns persönlich aber bleiben sowieso die absolut naturbelassenen Pfade und Waldwege, ganz egal zu welcher Jahreszeit, ob hier die roten im „Minett“ , wie auch überall anderswo im Lande die allerschönsten ! Den direkten Kontakt mit der Natur unter den Füssen zu spüren-manchmal auch sogar barfuss !- ohne jegliches Knirschen oder harten, den Rücken belastenden Belag-wissen nur echte Naturfreunde beim Wandern zu schätzen. Wer sich aber- wie viele „ Boulevardtreppler“ hierzulande- am „ Dreck“ an den Schuhen stört, kann ja von uns aus, jederzeit, die Woche über, vor allem aber am Sonntag, auf die “ Promenade des luxembourgeois“, das heisst, ( sprich) die „saubere“ Remicher Esplanade ausweichen…!