
Pressetext vun den éditions Guy Binsfeld:
"Was es alles geben könnte, wenn es nicht schon alles gäbe"
Minimalgeschichten
Guy Rewenig publiziert sein insgesamt 106. Werk bei den éditions guy binsfeldund blickt somit auf eine erfolgreiche Karriere als Schriftsteller zurück. Der ehemalige Verleger von ultimomondo ist ein Urgestein der luxemburgischen Literaturszene, er gilt als Begründer des neuen luxemburgischen Romans, wurde vielfach prämiert und hat den luxemburgischen Buchmarkt geprägt wie kein anderer.
In Was es alles geben könnte, wenn es nicht schon alles gäbe vereint der Autor 86 allerkürzeste „melancholische Satiren“ voller Zwischentöne und Widerhaken. Die kondensierten Geschichten handeln von täglichen Sackgassen und Irrläufen, filmreifen Beziehungsdramen, Einsamkeitskollern, Krankenhausrevolten, lächerlichen Karrieren, ver - rückten Machthabern, geilen Kriegsherren, Naturromantikern, tragischen Versagern, erschöpften Feuerwehrleuten, überforderten Eltern, hochbegabten Kindern, trostlosen Gewinnern, glücklichen Verlierern, kapriziösen Kunst -stücken eines vom Pech verfolgten Zauberers, schrägen Zwiegesprächen mit einer Philosophin und vielem mehr.
Guy Rewenig bezeichnet "Was es alles geben könnte, wenn es nicht schon alles gäbe" als sein „letztes Buch“ und seinen „Abschied vom Luxemburger Literaturzirkus“. Die Frage ist nur, ob man ihm glauben soll.

Aufhören(S. 95)
Dies ist der allerletzte Text in meinem allerletzten Buch, verkündet der alternde Schriftsteller. Ich mache Schluss. Meine Entscheidung ist endgültig. Auf diesen bemerkenswerten Akt der Selbstermächtigung und Selbstbestimmung bin ich stolz. Ich bitte meine treuen Leserinnen und Leser, mich ein allerletztes Mal zu bewundern für meine Unnachgiebigkeit, meine Gnadenlosigkeit und meine Standfestigkeit im Umgang mit mir selbst. Sollte ich wider Erwarten auf Unverständnis stoßen, bin ich gezwungen, mit einem kleinen Essay zu erklären, warum ich unwiderruflich Schluss gemacht habe. Dieses Erklärungsbüchlein kann natürlich auch ein Lyrikband sein. Oder ein theatertauglicher Monolog. Ich habe schon ein paar Ideen und werde demnächst über die Form entscheiden. Vielleicht schreibe ich auch einen Prosatext über einen Menschen, dem es einfach nicht gelingt, Schluss zu machen. Das wird jedenfalls ein dicker Roman.
GUY REWENIG
WAS ES ALLES GEBEN KÖNNTE, WENN ES NICHT SCHON ALLES GÄBE
Minimalgeschichten
Verlag: éditions Guy Binsfeld
96 Seiten
100 × 150 mm
Hardcover mit Umschlag
ISBN 978-2-919822-45-4
17€