
Was sich aktuell bei der Vollsperrung der N12 zwischen Derenbach und der Féitsch abspielt, ist ein absolutes Unding. Die Strecke von Wiltz durch Derenbach nach Ulflingen – inklusive des Zubringers von Pommerloch über Schleif – ist eine der am meist befahrenen Hauptverkehrsadern im gesamten Ösling. Täglich nutzen unzählige Pendler diese Achse.
Dass notwendige Arbeiten durchgeführt werden müssen, bestreitet niemand. Die Art und Weise dieser Umleitung zeugt jedoch von einer völligen Entkopplung der Planer von der Realität vor Ort. Diese Lebensader wird kurzerhand komplett dichtgemacht und die Einwohnerschaft kilometerweit über schmale Straßen durch die tiefste „Pampa“ geschickt.
Pragmatische Lösungen? Fehlanzeige! Naheliegende Alternativen, wie die Gemeindewege an Allerborn vorbei nach Trotten, werden für Autofahrer blockiert, anstatt sie temporär für den regionalen Pkw-Verkehr freizugeben. Auch eine flexible Ampelregelung zieht man gar nicht erst in Betracht.
Man wird das Gefühl nicht los, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird: Im Zentrum oder im Süden Luxemburgs würde man sich eine derart rücksichtslose Umleitungspolitik auf einer so wichtigen Pendlerstrecke kaum trauen. Im Ösling hingegen mutet man den Bürgern diese extremen Irrfahrten ohne Wimpernzucken zu. Die Verantwortlichen müssen endlich lernen, Baustellen praxisnah zu planen!