Eine generationenübergreifende Diskussion über die europäische Idee

Auf welchen Werten haben wir Europa aufgebaut?Was kann und soll dieses politische, gesellschaftliche und kulturelle Projekt in Zukunft sein? Darüber diskutieren auf Einladung des Institut Pierre Werner Sandra Gugić, deutschsprachige Schriftstellerin mit serbischen Wurzeln, und Meris Sehovic, luxemburgischer Politiker mit ebenfalls serbischen Wurzeln, am Montag, 19. Oktober um 19 Uhr in der Abtei Neumünster.Biografische, politische und kulturelle Perspektiven überschneiden sich dabei und lassen auch den unterschiedlichen Blick aus Ost und West zur Sprache kommen. Das Podiumsgespräch nimmt Impulse aus einem Interview mit der ehemaligen Ministerin Erna Hennicot-Schoepges auf, das bereits im Vorfeld geführt wurde. Durch den Abend
führt der luxemburgische Journalist und Autor Samuel Hamen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschütterten Krieg, staatliche Repressionen und große soziale Verwerfungen den europäischen Kontinent. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee eines geeinigten Europa, die eine Epoche von Frieden, Freiheit, Wohlstand und Rechtsschutz auf dem Kontinent gesichert hat. Dennoch befindet sich die europäische Idee seit einigen Jahren in einer schweren Krise; die letzten Monate haben sie noch verschärft.

Die Schriftstellerin Sandra Gugic (Jahrgang 1976) und Meris Sehovic (Jahrgang 1991), Kopräsident von Déi Gréng, diskutieren über Europa als Traumwort, als prekäres Gebilde und historische Konstruktion. Zur Sprache kommt auch der unterschiedliche Blick aus Ost und West. Gibt es gemeinsame Erfahrungshorizonte oder handelt es sich doch eher um unterschiedliche Welten?

Sandra Gugic veröffentlichte im August nach ihrem vielbeachteten und preisgekrönten Debüt den Roman „Zorn und Stille“ (Hoffmann und Campe). Darin erzählt sie generationenübergreifend aus drei Perspektiven von Migration und Identität, Freiheit und Verantwortung. Darüber hinaus ist sie Mitglied in der Autor*innenallianz Nazis & Goldmund und äußert sich seit vielen Jahren gesellschaftspolitisch.

Die europäischen Perspektiven, Biografien und Engagements von Sandra Gugić und Meris Sehovic werden bei der generationenübergreifenden Diskussion mit Statements der CSV-Politikerin und ehemaligen EU-Abgeordneten Erna Hennicot-Schoepges (Jahrgang 1941) verknüpft, die im Rahmen des Europäischen Archivs der Stimmen aufgenommen wurden. Den Abend moderiert der Luxemburger Autor und Schriftsteller Samuel Hamen (Jahrgang 1988).

Die Veranstaltungsreihe „Erzähle mir von Europa“ findet von September bis November 2020 nicht nur in Luxemburg, sondern auch in Großbritannien, Schweden, Georgien, Russland, Tschechien, Frankreich, Italien, Bosnien und Herzegowina, Albanien und Kroatien statt. Sie wird von den Goethe-Instituten organisiert und mit Sondermitteln des Auswärtigen Amts zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 gefördert. Über den Facebook Live-Stream erhalten auch die digitalen Zuschauer*innen die Möglichkeit, sich an der
Diskussion zu beteiligen.

Die wichtigsten Informationen im Überblick
Montag, 19.10.2020, 19 Uhr, Abtei Neumünster.
Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten: info@ipw.lu und 4904431
Zusätzlich Livestream auf der Facebookseite des IPW
www.ipw.lu
Alle Informationen zu den EU 2020 Projekten des Goethe-Instituts finden Sie unter: www.goethe.de/EU2020