Interview mat der Katja DiehlDen Auto steet 96 Prozent vun der Zäit, gëtt awer ëmmer méi grouss

Caroline Mart
Dat seet déi däitsch Expertin fir Mobilitéit am RTL-Interview, déi dëst Verhalen als "absurd" bezeechent.
Interview mat der Katja Diehl
Den Auto steet 96 Prozent vun der Zäit, gëtt awer ëmmer méi grouss, dat seet déi däitsch Expertin fir Mobilitéit am RTL-Interview.

Fir mech ass den Auto Fräiheet an déi loossen ech mer vu kengem Fanatiker ewechhuelen. Verschount eis mat Weltverbesserer, déi erzéie wëllen. Sich der eng Hiel a géi dra wunnen": dat sinn e puer Commentairen op RTL.lu nom Radios-Interview mat der däitscher Expertin fir Mobilitéit Katja Diehl. Hiert Buch “Autokorrektur” ass op der Short-Lëscht vum beschte Wirtschaftsbuch op der Buchmesse zu Frankfurt a si war fir eng Konferenz op Lëtzebuerg komm. D’Caroline Mart war ënnerwee mat enger Fra, déi hefteg Reaktioune gewinnt ass.

Also ich hatte das letzte Jahr das erste Mal in meinem Leben mit dem Staatsschutz zu tun, weil eine rechte Partei in Deutschland auf Bundesebene Mails geschrieben hat, wo meine Adresse, meine private, und meine Telefonnummer drin stand.

Haassmailen oder Shitstorme gehéieren zu hirem Alldag. Si weess, dass d’Diskussioun ëm den Auto net rational ka gefouert ginn.

Das ist natürlich etwas, was ein sehr emotionaler Kampf ist, weil die Privilegien vom Auto werden immer mit ‘Recht auf’ verwechselt, also eigene Fahrspuren, ich darf vor dem Haus parken. Das Auto ist viel mehr, als nur von A nach B zu kommen. Es ist das eigene Wohnzimmer, es ist für manche Menschen auch der einzige Raum, wo sie mal alleine sind, zwischen Job und Familie.

Rational gesinn ass dat mam eleng sinn ee vun de Problemer, grad wéi, dass e Won vill méi steet, wéi fiert.

In Deutschland ist es so, dass das Auto durchschnittlich 45 Minuten am Tag gefahren wird, also 96% der Zeit steht. Im deutschen Pendelverkehr ist nur noch eine Person an Bord und die Autos werden immer größer, also dass ist ein absurdes Verhalten. Geländewagen, also riesige Autos, die natürlich ein Statussymbol sind. Also es kann mir keiner sagen, das er für den täglichen Bedarf hier in Luxemburg so ein Auto braucht.

Brauchen ass just subjektiv a jidderee keeft, wat hie wëll, esou laang hie kann. Och wann nees rational gewosst ass, dass méi deck méi verbraucht a verknascht.

Der Verkehrssektor ist das riesige Sorgenkind in der Klimakatastrophe. In Deutschland sind die Emissionen sogar noch gestiegen. In Deutschland sind 61 Prozent der Abgase, also der CO2-Emissionen, vom privaten PKW. Also das ist das Problem.

Eng Optioun ass d’Elektromobilitéit, och a grad fir déi, wou et u gudden Alternative vu Bus oder Zuch feelt, wéi zum Beispill bei eis am Norde vum Land.

Es wird immer Menschen geben, die auf ein Auto angewiesen sind, die vielleicht im ländlichen Raum ein kleines elektrisches Auto haben, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Aber es ist nicht die Lösung, jetzt alle Autos mit elektrischem Antrieb auszustatten. [...] Weil zum Beispiel Autoreifen sind die größte Mikroplastikquelle der Welt. Also ein Autoreifen macht 4 bis 6 Kilogramm Mikroplastik. Es werden Babys gerade geboren, wo das auch schon im Kreislauf ist.

Iwwerhaapt géinge mir ze vill ausblenden, wat den Auto eis reell kascht: u Stress, u Stau, un Accidenter an Doudegen. Mä och d’Ëmklammen op méi gesond Transportmëttel wéi de Vëlo bleift geféierlech.

Es gibt zum Beispiel Städte, die sagen, in bestimmten Strassen dürfen Radfahrer nicht überholt werden. In Deutschland gibt es die Regel, 1,5 Meter Abstand oder sogar ausserorts 2 Meter zu halten. Und wenn das nicht gewährleistet ist, sollte man ein Überholverbot aussprechen.

Hallef Saachen, wéi an der Pasteurstrooss an der Stad, wou um Enn weder Automobilisten, nach Vëlosfuerer oder Foussgänger zefridde sinn, mécht och kee Sënn.

Ich hab manchmal das Gefühl, dass Lösungen nicht konsequent zu Ende gedacht werden. Dass bei vielen auch gerade Radfahrer und Fußgänger in den Konflikt geschickt werden. Und Parkplätze wurde ja erhalten für Autos, das zieht ja auch wieder Autos rein. Wenn man da zum Beispiel drauf verzichtet hätte, hätte man wieder Raum gewonnen für andere Mobilität.

A wat seet si zum Lëtzebuerger ëffentleche Verkéier? Sécher gutt, mä e misst mol net komplett gratis sinn. Dat hätt den 9-Euro-Ticket an Däitschland och gewisen: Eng Flatrate ze hunn an einfach den ëffentlechen Transport ze notzen, wéi ee wëll.

Mir brauche Visiounen, soe vill Klimaaktivisten. Ass hir déi vun enger Zukunft, ganz ouni Autoen?

Ich habe das Gefühl, wenn ich ‘autofrei’ sage, geht zu schnell eine Tür zu und man wird nicht mehr mit mir diskutieren. Deswegen ist es für mich etwas, eher konkret an den Dingen zu arbeiten, nicht so eine massive Forderung zu machen.

Mä, wann net genuch ännert, kéinte mir zu méi radikalen Mesurë gezwonge ginn.

Weil wir den Pariser Klimavertrag unterschrieben haben und weil wir es tun müssen. Und da der Transportsektor so ein großes Problem ist und da nichts geschieht, kommt iergendwann Druck. Und ich gestalte lieber, als dass mich jemand gestaltet. Und das unterschätzen Menschen, die in der Politik tätig sind, dass sie eine gewisse Zeit haben, Dinge zu gestalten. Es wird sich keiner an einen Politiker erinnern, der einfach nur den Status quo erhalten hat. Sondern die bleiben im Gedächtnis, die wierklech etwas zum Guten für alle verändern.

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