
Viru Kuerzem goufe vum Landwirtschaftsministère nei Mesuren ausgeschafft, déi d’Ammoniak-Emissiounen an der Lëtzebuerger Landwirtschaft reduzéiere sollen. De Fräie Lëtzebuerger Bauereverband (FLB) fënnt, dass déi aktuell Strategie an d’Mesuren een awer net un d’Zil brénge wäert, d’Emissiounen ze reduzéieren. Déi aktuell Strategie géing an déi Richtung goen, dass déi Lëtzebuerger Liewensmëttelproduktioun an der Landwirtschaft soll reduzéiert ginn, fir national definéiert Ëmweltziler ze areechen. Domadder géing een net un Zil kommen, fënnt den FLB.
“Ammoniak ass eng gasfërmeg Stéckstoffverbindung, déi bei der Zersetzung vun déiereschen Exkrementer zu Ëmweltschied féiere kann, wa se ongehënnert an d’Ëmwelt kënnt. Stéckstoff ass awer genausou e Grondnärstoff fir planzlech Proteinnen, wourop déi komplett Liewensmëttelproduktioun fir d’Mënsche baséiert.”, schreift de Fräie Lëtzebuerger Bauereverband an engem Communiqué.
Dës weidere stellt de Verband fest, dass de Reduktiouns-Taux vun der Regierung méi héich geluecht gouf, wéi dëst eigentlech virgesi war. Sou sollten d’Ammoniak-Emissioune bis 2030 ursprénglech ëm 19 Prozent am Verglach zu 2005 reduzéiert ginn. D’Regierung hätt awer 22 Prozent festgeluecht. Dëst Zil wier nëmmen ze areechen, wann een den Déierebestand reduzéiere géing.
Et géing een awer begréissen, dass et fir méi ëmweltfrëndlech Methode staatlech Zouschëss ginn. Déi nei Mesurë géifen awer relativ rezent schonn antrieden. Fir sech heirop ëmzestellen, wiere weider Fërderungen noutwenneg.
De Fräie Lëtzebuerger Bauereverband huet direkt e puer Fuerderungen un d’Regierung. Allgemeng wier en Perspektivewiessel noutwenneg fir eng zilorientéiert Strategie. An wat d’Strategie betrëfft, sou soll déi d’Stéckstoffeffizienz an d’Oprechterhalung vun enger produktiver Landwirtschaft fërderen. Dës weidere gëtt och eng obligatoresch Närstoffbilanz fir all landwirtschaftleche Betrib gefuerdert. Dëst als Base, fir eng proaktiv Berodung fir d’Ëmweltziler ze verbesseren.
Ammoniakemissionen in der LandwirtschaftDie Perspektive wechseln um den Weg zu einer regenerativen
Landwirtschaft zu beschleunigen
Die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft stehen derzeit weltweit, wie auch aktuell in Luxemburg im öffentlichen Fokus. Beim Thema Ammoniak verfolgt die Luxemburger Regierung zunehmend eine Strategie der Reduzierung der landwirtschaftlichen Lebensmittelerzeugung um national definierte Umweltziele zu erreichen.
Der FLB (Fräie lëtzebuerger Bauer) hält diese Strategie für nicht zielführend, weder im Sinne des Umweltschutzes, noch im Sinne der Nahrungsmittelsicherheit.
Ammoniak ist eine gasförmige Stickstoffverbindung die durch Zersetzung von tierischen Exkrementen in der Landwirtschaft zu Umweltschäden führen kann, wenn sie ungehindert in die Umwelt gelangt.
Stickstoff dient aber ebenso als Grundnährstoff für pflanzliche Proteine, worauf die gesamte Nahrungsmittelerzeugung für die Menschheit basiert. Ohne Stickstoff gibt es kein Leben auf unserem Planeten.
In der Architektur der globalen Nahrungsmittelversorgung stellen sog. strategische Regionen die Grundpfeiler der internationalen Lebensmittelversorgung sicher.
Schwarzerderegionen gehören zu den fruchtbarsten Standorten, wie z.B. die Ukraine, produzieren sie überwiegend pflanzliche Erzeugnisse.
Mittelgebirgsregionen in Europa mit überwiegend Graslandschaften erzeugen tierische Erzeugnisse, gerechnet auf die erzeugen Lebensmittelmengen pro kg mit einem sehr geringen ökologischen Footprint.
Wird die landwirtschaftliche Erzeugung in diesen strategischen Regionen reduziert, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die globale Nahrungsmittelversorgung und das weltweite Klima.
Luxemburg ist ein Grünlandstandort und als solcher aufgrund seiner bestimmten natürlichen Vorrausetzungen wie Klima und Boden, Infrastruktur und Know-how, ein strategischer Standort für die nachhaltige Erzeugung tierischer Lebensmittel wie Milch oder Rindfleisch.
Auf Grünlandstandorten können ohne Rinder und Schafe keine Lebensmittel ökologisch und ökonomisch sinnvoll erzeugt werden.
Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft sind deshalb immer im Kontext mit der Lebensmittelerzeugung und -versorgung zu sehen.
Der FLB stellt fest:
- Die Luxemburger Regierung verfolgt beim Thema Stickstoffemissionen in der Landwirtschaft eine rückwärtsgewandte Strategie, indem die Erzeugung tierischer Lebensmittel reduziert werden soll um pauschal die Emissionen nur für Luxemburg zu reduzieren, Klimaschutz hört aber nicht an den Grenzen auf.
Dazu hat sie, ohne nachvollziehbaren Grund, ein höheres Reduktionsziel beschlossen als eigentlich vorgesehen war. (- 22% anstelle von -19 % zum Referenzjahr 2005.)
Dieses Ziel ist nach aktuellem Stand nur über eine Verringerung der Tierzahlen zu erreichen.
Die Regierung nimmt damit einen negativen Einfluss auf den Luxemburger Beitrag in der strategisch so wichtigen und existenziellen Lebensmittelversorgung in Kauf.
- Dass die Luxemburger Landwirtschaft ihre Ammoniakemissionen bereits seit dem Jahr 1990 insgesamt entscheidend gesenkt hat.
Die Ammoniakreduzierungen vor dem Referenzjahr 2005 werden aber nicht in der Bewertung für die Reduktionsziele berücksichtigt.
Der FLB begrüßt:
- Dass die emissionsarme Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger staatlich gefördert werden. Aufgrund der beschlossenen sehr kurzen Übergangsfristen sind aber zusätzliche Fördermaßnahmen dringend erforderlich, um die Umsetzbarkeit in den Betrieben zu gewährleisten.
Der FLB fordert:
- Vor dem Hintergrund der offensichtlich weltweiten geopolitischen und strategischen Veränderungen einen Perspektivwechsel in der Betrachtung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen für unsere Landwirtschaft.
Die Abfall- und Nebenerzeugnisse der Landwirtschaft von gestern wie z.B. Ammoniak, Nitrat sind Europas Rohstoffe von morgen und werden Europa unabhängiger für globale Rohstoffimporte machen.
- Eine Strategie zur Steigerung der Stickstoffeffizienz und Aufrechterhaltung einer produktiven Landwirtschaft.
- Wir fordern daher kurzfristig die Schaffung eines legislativen Rahmens, damit die bereits technisch machbare Umwandlung von organischem Stickstoff in mineralischen Stickstoff Rechtssicherheit im Interesse der Lebensmittelversorgung erfährt. Diese Technik reduziert die Ammoniakemissionen nennenswert und macht die Landwirtschaft unabhängiger von Düngerimporten aus autokratischen Staatssystemen.
- Eine generelle staatliche Förderung für eine Steigerung der Stickstoffeffizienz in der Landwirtschaft mit den positiven Effekten einer Reduzierung der Stickstoffemissionen und Verringerung der Abhängigkeit von Düngerimporten.
- Eine obligatorische Nährstoffbilanzierung auf Ebene jedes landwirtschaftlichen Betriebes in Luxemburg als Basis für eine proaktive Beratung zur Verbesserung der Umweltziele.