Hunderte User haben seit Ende Juli die manipulierte Aufnahme einer Demonstrantin geteilt. Sie Soll auf einem Schild die Worte "My Pussy is open for refugees" unter den Regenbogenfarben gezeigt haben. Die Aufnahme ist bereits mehrere Jahre alt und wurde manipuliert. Das Originalfoto zeigt einen anderen Schriftzug. 

Hunderte User haben das manipulierte Bild seit Ende Juli auf Facebook geteilt (hier, hier). Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die ein gelbes Umhängeschild trägt, auf dem dick die Worte "My Pussy is Open for Refugees" zu lesen sind. Eingerahmt ist die Aussage von den Farben des Regenbogens. User kommentieren etwa: "Das erfreut die Geflüchteten. Hoffentlich nehmen die Vergewaltigungen nun ab" oder nur "ekelhaft".

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Facebook-Screenshot der Falschbehauptung: 27.08.2021

Eine Suche nach den Worten auf dem Schild führte AFP zu einem älteren Faktencheck der Plattform Mimikama aus dem Juli 2018. Das Originalfoto stammt demnach von der kanadischen Journalistin Lasia Kretzel aus dem Herbst 2015. Diese hatte bereits damals auf Twitter erläutert, dass die Original-Aufnahme von einer Demonstration in Saskatoon (Kanada) zur Unterstützung syrischer Geflüchteter stamme. Auf Twitter schrieb sie an den bekannten Brexit-Politiker Nigel Farage, der ebenfalls eine manipulierte Version des Bildes teilte:

In Folge dieser Beschreibungen postete die Journalistin auch das Original-Bild, das sie gemacht hat. Es zeigt einen anderen Schriftzug:

RTL

Twitter-Screenshot, Original links: 03.08.2021

Farage gestand daraufhin den Fehler selbst ein und bezeichnete manipulierte Versionen des Bildes selbst als Fake-News:

AFP hat am 2. August bei Journalistin Kretzel noch einmal nachgefragt, die aktuell für ein Nachrichtenportal in Vancouver, Kanada arbeitet. Sie schrieb in einer E-Mail: "Ich kann bestätigen, dass ich die ursprüngliche Fotografin dieses Bildes bin, das später verändert/bearbeitet wurde."

Die Originalversion sei im Oktober 2015 in Saskatoon, Saskatchewan, Kanada, aufgenommen worden. "Auf dem Originalschild stand 'Meine Tür ist offen für Flüchtlinge'. Seitdem habe ich verschiedene manipulierte Versionen des Bildes mit Variationen wie 'meine Beine sind offen für Flüchtlinge' und 'meine Muschi ist offen für Flüchtlinge' gesehen", erklärte Kretzel. Mehr Informationen zu dieser Demo gibt es hier beim Radiosender "CKOM", das Bild der Frau steht mittlerweile nicht mehr im Artikel selbst online.

In Kretzels älteren Tweets ist auch deutlich das Markenzeichen von Amnesty International auf dem später manipulierten Umhänger zu erkennen. AFP suchte nach Aktionen der Menschenrechtsorganisation und stieß auf zahlreiche Bilder des Originalschildes auf deren Website. Es trägt auch hier die Aufschrift: "My doors are open for refugees". Zusätzlich veröffentlichte Amnesty ein Facebook-Posting, dass die Schilder zeigt:

Fazit: Das Bild ist manipuliert. Im Original zeigte es eine andere Aufschrift, wie ältere Versionen der Aufnahme zeigen. Das bestätigte die Fotografin des Bildes gegenüber AFP. Das zeigen auch alte Debatten über dieselben Aufnahmen Vergleichsbilder von Amnesty International.