
D'Journalistenassociatioun ALJP reagéiert op den oppene Bréif zum Thema Fichier central, mat deem d'Ministere Bausch a Braz sech e Méindeg un d'Press adresséiert haten.
An engem eegenen oppene Bréif stellt d'ALJP sech ënner anerem d'Fro iwwert d'Motivatioun vum Schreiwes vun de Ministeren.
Virun allem awer gëtt de Bréif vu François Bausch a Felix Braz als Kritik un der Berichterstattung zum Thema opgeholl.
D'Associatioun wërft d'Fro op, wou et intenabel a pauschal Beschëllegunge vis-à-vis vu Police a Justiz soll ginn hunn.
Iwwer rechtlech Onsécherheeten a Lacunnen ze beriichten an d'Fro vun der Responsabilitéit ze stellen, géing zum Informatioun-Optrag vun de Medie gehéieren, sou wéi en am Pressegesetz beschriwwe gëtt.
Op alle Fall géif een an dëser Saach kee falscht Verhale vu Journalisten erkennen an an deem Sënn d'Kritik vun de Ministeren zeréck weisen, esou nach d'ALJP.
Offener Brief an die Minister François Bausch und Félix Braz.
Sehr geehrte Herren Minister für Innere Sicherheit und Justiz,
Am 24. Juni verschickten Sie einen offenen Brief an die luxemburgische Presse, in dem Sie Stellung nahmen zu der Berichterstattung in Sachen „Fichier Central".
Die ALJP hat Ihre Botschaft mit Erstaunen aufgenommen. Erstens, weil diese Form der offene Briefe eher unüblich für Regierungsmitglieder ist. Üblicherweise ist sie bei Bürgerinnen und Bürger anzutreffen, die Missstände ansprechen und offenlegen wollen.
Wir fragen uns, warum Sie nicht eine Mitteilung an die Presse verschickt haben und stellen uns Fragen zu Ihrer Motivation. Zweitens aber fragen wir uns, wie der Satz: „Überflüssige und unhaltbare pauschale Beschuldigungen gegenüber Polizei und Justiz sind für uns nicht hinnehmbar" anders interpretiert werden soll, als einen Versuch, kritische Berichterstattung zu unterbinden?
Wo sind unhaltbare pauschale Beschuldigungen seitens der Medien erfolgt?
Auch wenn der Hinweis zutreffend ist, dass verschiedene Datenbanken der Polizei und der Justiz nicht per se illegal sind, scheinen die jetzt beanstandeten Datenbanken in der Vergangenheit über etliche Jahre und teils sogar bis in die Gegenwart nicht ausreichend rechtlich abgesichert gewesen zu sein. Sie sind also unrechtmäßig. Das geben die Herren Minister selbst zu („Zusätzlich wurde zwischen 1997 und 2004 vergessen, das großherzogliche Reglement bezüglich der Polizeidatenbank zu verlängern, genau wie bei der Justizdatei Anfang der 90er Jahre").
Über rechtliche Unsicherheiten und Schutzlücken, die den Bürgerinnen und Bürgern aufgrund fehlender gültiger Rechtsgrundlagen entstehen, zu berichten (oder, wie Sie es nennen „unvollständige gesetzliche Basis") und die Frage der Verantwortung zu stellen, gehört zum im Pressegesetz verbrieften Informationsauftrag der Medien. Sie haben die Bevölkerung über Missstände und ihre politische Handhabung zu unterrichten. Dies beinhaltet auch das Hinterfragen von Funktionsweisen oder Verfahren bei der Polizei und Justiz oder der Politik.
In diesem Sinne können wir kein Fehlverhalten unserer Kolleginnen und Kollegen erkennen und weisen die von den Herren Ministern geäußerte Kritik zurück.
Mitgeteilt vom Komitee der ALJP