Mouvement ecologiqueManifestatioun géint ëmmer méi grouss Autoe mat ëmmer méi Leeschtung

RTL Lëtzebuerg
Pénktlech zum Optakt vum Autofestival hat de Mouvement ecologique eng Manifestatioun an der Stad.
De Cédric Metz
Pénktlech zum Optakt vum Autofestival hat de Mouvement ecologique eng Manifestatioun an der Stad.

D'Ëmweltorganisatioun huet do géint den Trend manifestéiert, dat ëmmer méi grouss Autoe mat ëmmer méi Leeschtung kaaft ginn, sou den Cédric Metz vum Mouveco.

Ech mengen, dat ass eng Entwécklung an déi falsch Richtung. Mir sinn der Meenung, datt dat op de Schëllere vun den nächste Generatioune wäert sinn, an datt mer do an eng aner Richtung misse goen och am Bezuch op Emissiounsziler, déi mer net kënnen anhalen an och am Bezuch op den ëffentlechen Raum, deen ëmmer méi vun Autoen dominéiert gëtt, vun ëmmer méi groussen Autoen.

Hei d'Schreiwes:

Das Autofestival ist das jährliche Großevent des luxemburgischen Autohandels. Hohe Besucherzahlen und viele verkaufte Neuwagen sind zu erwarten. Der Trend geht immer noch und sogar immer mehr in Richtung große Autos mit leistungsstarken Motoren. In der Konsequenz haben wir es mit einem hohen Verbrauch von Ressourcen zu tun, inbegriffen Kraftstoffen. Hohe Emissionen trotz effizienteren Motoren sind die Folge.

Europäische Statistiken bestätigen diese Entwicklung. In den letzten Jahren explodierte der Verkauf von sogenannten Sport utility vehicles (SUVs). 2017 liegt der Anteil von SUVs bei Luxemburgs Neuzulassungen bei fast einem Drittel1. Doch nicht nur der Kauf von SUVs, auch das Verlangen nach Autos mit sehr starker Leistung ist in Luxemburg beträchtlich. Mit durchschnittlich 164 PS unter der Motorhaube ist Luxemburg europäischer Spitzenreiter2.

Warum wollen und brauchen wir überhaupt immer größere und leistungsstärkere Autos? Mit Blick auf die Umwelt und die nächsten Generationen müssen wir umdenken und unsere Konsumgewohnheiten ändern.

Die durchschnittliche Besetzung von PKWs liegt in Luxemburg bei 1,2 Personen3. Der Konsument soll nicht auf die Idee kommen sich zu fragen was für ein Gefährt er eigentlich braucht. Deswegen konzentriert sich die Werbung während des Autofestivals auf die vermeintlichen Vorteile eines neuen Autos: weniger Verbrauch, mehr Sicherheit, Komfort und Eleganz. Vor allem SUVs werden als unverzichtbar im Alltag angepriesen. Jedoch kommen diese Boliden im Gelände und bei Schnee nur noch in der Werbung zum Einsatz, selten in der Realität. Abgesehen davon, dass viele dieser Autos nicht einmal offroad-tauglich sind, belegt eine Studie der Regierung von 2018 zusätzlich, dass rund 40% der Fahrten unter einem Kilometer liegen! Wieso also dieser Trend?

Der Straßenverkehr ist heute eine große und wachsende Quelle für CO2-Emissionen in Europa und macht ein Fünftel aller Emissionen aus. Der Treibstoffverbrauch trägt zudem zu einem großen Teil von Luxemburgs schlechter Energie- und Umweltbilanz bei.

Verbrennungsmotoren von großen Autos mit vielen PS stehen im Widerspruch zu den Pariser Klimaschutzzielen. Auch eine Steigerung der Effizienz, also ein geringerer Spritverbrauch trotz stärkerem Motor, wurde durch die Tendenz zu immer größeren Autos, obsolet.

Trotz Klimazielen stieg der CO2 Ausstoß von neuen Autos seit 2016 wieder an. Diese Entwicklung geht ganz klar in die falsche Richtung.

Immer neue Autos bedeutet aber auch abseits vom Treibstoffverbrauch immer einen enormen Ressourcenverbrauch. Durchschnittlich 15-20% der CO2 Emissionen entstehen allein bei der Produktion eines Autos. Es bringt also nichts alle 2 Jahre ein neues Auto zu kaufen auch wenn durch die Industrie dessen geringerer Verbrauch anpriesen wird.

1 https://www.acea.be/statistics/article/share-of-new-cars-4x4s
2 https://www.acea.be/statistics/article/new-passenger-car-characteristics-cubic-capacity-average-power
3 http://luxembourg.public.lu/de/actualites/2018/05/09-covoiturage/index.html
Auch in Bezug auf die Lebensqualität und die Gestaltung des öffentlichen Raums ist dieser Trend absurd...

Größere Parkplätze: Verrückt ist z.B. dass der deutsche ADAC fordert, dass Parkplätze mindestens 2,50m groß sein sollen damit neue Autos, die im Durschnitt in den letzten Jahren 20cm breiter geworden sind, auch hineinpassen. Es ist absurd, dass wir Parkhäuser den Wünschen der Autoindustrie anpassen. Es wäre sinnvoller, den Herstellern Grenzen für die Größe und Breite ihrer Autos zu setzen.

Größere Autos bedeutet auch weniger Platz und Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger. Letztere müssen sich häufig, mangels guter Fahrradwege, die Straße mit diesen überdimensionnierten Fahrzeugen teilen. Fußgänger sind einem höheren Risiko ausgesetzt als bei einem Unfall mit einem PKW. Sicherheitstechnsich ist nur der Fahrer des Autos auf der gewonnen Seite.

Deshalb...

- ....brauchen wir dringend eine Debatte über den scheinbar gesellschaftlichen Konsens zum „immer mehr, immer größer“. Unser Konsum treibt die Autoindustrie an immer weiter neue, größere Modelle zu präsentieren.

- ...brauchen wir einen Trend in die entgegengesetzte Richtung. Mit Blick auf die Klimakrise und endliche Ressourcen müssen wir unsere Konsumgewohnheiten ändern.

- ...müssen wir uns die Frage stellen welche Mobilität wir uns mit Blick auf die nächsten Generationen noch zumuten können. Weniger fahren und anders unterwegs sein (zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Transport) müssen eine absolute Priorität werden.

- ...brauchen wir ein Umdenken, da das Auto noch häufig als Statussymbol angesehen wird - dies ist absurd und trägt nicht zu einem besseren Wohlbefinden bei.

- ...dürfen wir die Gestaltung des öffentlichen Raumes auf keinen Fall den Autos unterordnen.

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